Somatic Experiencing

Trauma-Definitionen von Peter A. Levine:

  • «Ein Trauma unterdrückt die Entfaltung des Lebens. Es unterbricht die Verbindung zu uns selbst, zu anderen Menschen, zur Natur und zu unserer geistigen Quelle.»

  • «Ein Trauma ist wie eine innere Zwangsjacke, die eine Person innerlich erstarren lässt und einen erlebten Augenblick in ihrem Gedächtnis einfriert.»

  • «Das Trauma steckt nicht in einem bestimmten Ereignis, sondern im Nervensystem der betroffenen Person.»

  • "Die Heilung eines Traumas ist ein natürlicher Prozess, der durch ein inneres Gewahr sein des Körpers initiiert werden kann".

  • „Der Schlüssel zur Traumabewältigung ist nicht, das Trauma wieder zu erleben, sondern neue Erfahrungen im Körper zu schaffen.“

Peter Levine, der Gründer von Somatic Experiencing (SE)® beschäftigte sich 1969 mit der Frage. warum wild lebende Tiere, die regelmäßig lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind, nicht traumatisiert werden.

 

Grundsätzlich stehen uns bei Gefahr drei angeborene Überlebensstrategien zur Verfügung: Flucht, Kampf oder Erstarrung. Können wir fliehen oder uns erfolgreich verteidigen, stellt sich im Organismus das natürliche Gleichgewicht wieder ein. Wenn Kampf oder Flucht keine sinnvolle Alternative darstellt, erstarren wir. Wenn wir die in dieser bedrohlichen Situation mobilisierte Energie später nicht entladen können, bleibt sie im Nervensystem gefangen. Wir bleiben im Alarmzustand und können Symptome entwickeln. Diese im Nervensystem gebundene Überlebensenergie nennen wir Trauma.

 

Dies zeichnet sich ab mit dem Verlust der rhythmischen Fähigkeit, Erregungszustände selbst regulieren zu können. Das autonomen Nervensystem wird unterstützt zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurückzufinden. Da das Nervensystem nicht dem bewussten Willen unterworfen ist, wird es mit wertfreier Aufmerksamkeit und Neugier eingeladen und begleitet. Durch die nonverbale Kommunikation mit dem Körpergedächtnis können die während des Traumas entstandenen blockierten Energien entladen werden.

 

Mit Somatic Experiencing (SE)® ist es möglich, inhaltsfrei zu arbeiten, wenn z.B. ein Thema zu belastend erscheint oder Ereignisse nicht erinnert werden. Wir orientieren uns an aktuellen Bilder, Körperempfindungen, Bewegungen, Emotionen und Gedanken. Es genügt, dass der Körper sich erinnert.

 

Das Trauma wird körperlich, geistig und emotional neu verhandelt. Dabei verändert sich nach und nach das Körpergefühl hin zu mehr Sicherheit und Präsenz. Diese natürliche Wachsamkeit im Körper wirkt sich positiv auf Gedanken, Gefühle, Emotionen und Überzeugungen aus.

 

Immer leichter erkennen wir, wenn unser Körper sich zu regulieren beginnt. Diese Selbstregulation, der natürliche Rhythmus von Ladung und Entladung, Anspannung und Entspannung, kann sich entfalten.  Diese Fähigkeit nehmen wir ins tägliches Leben mit. Allmählich führen die neuen Erfahrungen im Körper zu mehr Vitalität und einem sicheren Lebensgefühl.

 

Ein Trauma ist verarbeitet und integriert, wenn man daran denken und darüber sprechen kann, ohne dass das Nervensystem in Stress gerät. Es wird zu einer Erfahrung, die nicht länger das Leben bestimmt.

 

Auch nach Jahren, sogar Jahrzehnten, kann man mit SE traumatische Erlebnisse verarbeiten und integrieren. Es ist nie zu spät.

Mehr Informationen:

Somatic Experiencing einfach erklärt

Zwei Somatic Experiencing-Sitzungen von Peter Levine mit einem Mann nach einem Fahrradunfall:

Sitzung 01

Sitzung 02